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gültig in der Ski- und Gletscherwelt Zillertal 3000 (= Hintertuxer Gletscher, Eggalm, Rastkogel, Finkenberg, Penken/Mayrhofen, Ahorn)
Zillertaler Superskipass (gültig im gesamten Zillertal)
 

Capella Granata

Capella Granata Speicherteich am Penkenjoch (2087 m ) Die Capella Granata wurde erst im Herbst 2013 fertig gestellt und ist ein architektonisches Juwel in den Zillertaler Bergen. Sie wurde vom Schweizer Stararchitekten Mario Botta entworfen und besteht aus einer Holz-Rahmenkonstruktion, auf der an der Außenseite vorgerostete Stahlplatten angebracht wurden. Diese ergeben die Form eines besonders im Zillertal vorkommenden Steins, des Granats. Innen ist die Kapelle mit heimischem Lärchenholz ausgekleidet. Besondere Lichteffekte entstehen durch die Kuppel und zwei Fenster in Kreuzform in der Fassade. Auch im Nussholz-Altar, der vom Künstler Markus Thurner aus Maurach am Achensee gestaltet wurde, finden sich wieder Einlagen aus Zillertaler Granat. Geweiht ist die Kapelle dem seligen Engelbert Kolland. Die Capella Granata erreicht man mit der Finkenberger Almbahn. Von der Station am Penkenjoch sind es noch fünf Minuten zu Fuß bis zur Kapelle. Aber auch mit dem Mountainbike lässt sich eine schöne Runde radeln, bei der es auch an der Kapelle vorbei geht. Die meisten Höhenmeter geht’s mit der Penkenbahn hinauf und weiter gemütlich auf dem dortigen Plateau eine halbe Stunde mit dem Rad auf einfachen Schotterwegen dahin.

Ein Interview mit dem Architekten der Kapelle: Mario Botta

Zur Person: Mario Botta wurde am 1. April 1943 im Tessin (CH) geboren. Mit 15 begann er eine Lehre als Hochbauzeichner in Lugano. Nach dem Besuch des Liceo Artistico in Mailand begann er ein Architekturstudium in Venedig, das er 1969 abschloss. Im selben Jahr gründete er in Lugano ein eigenes Architekturbüro. Botta ist der wichtigste Vertreter der bekannten „Tessiner Schule“. Gebäude aus seiner Hand stehen vor allem in seiner Heimat und im benachbarten Oberitalien, inzwischen aber auch in den USA, China und Südkorea.

Ein Edelstein in den Zillertaler Bergen Von der Größe seines Büros her ist Mario Botta ein ganz Kleiner, von der Bedeutung seiner Bauten ein ganz Großer unter den Architekten dieser Welt. Seit letztem Sommer gibt es auf dem Penken das erste Gebäude, das der 70-Jährige in Österreich gebaut hat: Die Capella Granata. Wir haben mit dem Stararchitekten gesprochen. Die Kapelle hat die besondere Form eines Zillertaler Minerals, des Granats.

Warum haben Sie als Baumaterialien Stahl und Holz gewählt?

Die Idee war, die Form an die des in der Natur vorkommenden Granats anzulehnen und das zum Thema dieser Kapelle zu machen. Die Umsetzung erfolgte mit den Materialien Stahl und Holz. Die strenge und mathematisch nachvollziehbare Geometrie dieses Baukörpers sollte den strengen Kontrast zwischen der Rationalität des Menschen und der freien, organischen Natur dar - stellen. Eine solche pure Form, so ein Edelstein auf der Spitze eines Berges, ist auch die Gelegenheit, die Verbindung zwischen Himmel und Erde darzustellen. Der Baukörper ist durch die Schwerkraft mit der Erdkruste verbunden, aber ist umgeben von der Unendlichkeit des Universums und der schönen Natur des Zillertals.

War es etwas Besonderes für Sie, auf dieser Höhe und in dieser Umgebung zu bauen?

Rein technisch gesehen ging es darum, diesen geometrischen Körper auf dieser Höhe aus zwölf gleich großen Paneelen zu bauen. Aber man dachte dabei innen auch an eine leichte Holzkonstruktion. Und als Gegensatz den harten Corten Stahl, der streng ist, der Wind und Regen abweist. Einen weichen Kern mit einer harten Schale sozusagen. Wie eine Nuss. Es ging auch um das Spiel dieser zwei Emotionen. Von außen scheinbar undurchdringlich. Wenn man aber drinnen ist, entdeckt man eine süße und weiche Frucht.

Was könnten Sie sich vorstellen, im Zillertal noch zu bauen?

Es ist ein Tal, das mir sehr gut gefällt, weil die Elemente der Natur, die Berge, sehr präsent sind. Und diese Berge bilden eigentlich schon einen von der Natur errichteten Raum, ein Gebäude. Und ich finde hier eine unglaubliche Stärke. Das schätze ich sehr. Konkrete Vorstellungen zu einem Gebäude habe ich nicht, denn der Architekt gibt ja nicht das Thema vor. Der Architekt ist ein Instrument der Gesellschaft und er macht das, was die Gesellschaft begehrt. Das kann eine Kapelle sein oder ein Hotel. Aber es war eine sehr schöne Erfahrung und eine Herausforderung, hier zu arbeiten.

Quelle: Zillertal Magazin, Sommer 2014

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